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Smombie

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Da sitze ich Ende Oktober im Flieger und habe seit langem mal wieder eine FAZ in den Händen. Unter anderem gibt dort  einen kleinen Artikel zum Thema Smartphone. Und was dort steht ist schon erschreckend: Da gibt es eine Meldung, die vor einiger Zeit durch sämtliche Kanäle gegangen ist. Die Meldung beruhte auf einer Studie der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen, die festgestellt hat, dass 8% der Kinder und Jugendlichen, die ein Smartphone besitzen, suchtgefährdet sind. Warum? Nun, sie haben krankhafte Angst von der Kommunikation mit Freunden abgeschnitten zu sein. Aus dieser Angst heraus wird häufig das Handy genutzt und sofort auf eingehende Anrufe und Nachrichten geantwortet. Weiterhin schreibt die Studie, dass fast die Hälfte der Befragten zugibt, vom Handy abgelenkt zu werden, z. B. von den Hausaufgaben. Weitere 15% bemängeln, echte Kontakte zu Freunden kämen zu kurz. Der Fachverband Bitcom liefert weitere Zahlen: 85% der 12 bis 13-jährigen haben ein Computer-Handy und in den übrigen Altersgruppen dürfte mindestens die Tendenz ähnlich sein.

Was heißt das für uns? Die Sucht lauert überall. Und hier sprechen wir nicht von den Süchten, denen wir Ältere damals kannten und welche uns hätten gefährlich werden können: Nikotin, Rauschmittel, Alkohol, usw… Nein, hier sprechen wir von einer ganz modernen Droge und erleben auch hier auffälliges Suchtverhalten.

Natürlich warten Sonderbezeichnungen auch in solchen Fällen nicht lange auf sich. Nachdem beispielsweise die Jugendlichen für das Ausruhen und Abhängen den Begriff „Chillen“ geprägt haben, folgt jetzt hier auch gleich ein Begriff für diese „digitale Verhaltensweise“: Wer dauert auf den elektronischen Begleiter starrt, wer alles um sich herum vergisst, der wird mit der Bezeichnung „Smombie“ leben müssen. Smombie ist eine Verschmelzung aus den Begriffen ‚Smartphone‘ und ‚Zombie‘. Allerdings, und da müssen wir Eltern uns den Schuh schon anziehen: Ohne unsere Generation und unsere Verhaltensweise hätten die Jugendlichen ein solches Verhalten überhaupt nicht oder nur eingeschränkt gelernt. Wir haben es ja möglich gemacht.

Welche Gegenmitten haben wir denn zu bieten? Was kann man denn gegen ein solches Verhalten tun? Das einfachste wäre, indem man selbst ein gutes Vorbild ist und nicht die ganze Zeit mit dem Handy in der Hand umherspaziert. Wenn man nicht die meisten Stunden des Tages auf sein Tablet schaut, sondern wieder in ganz normaler Art und Weise miteinander am Tisch sitzt und die digitalen helferlein in dieser Zeit ausgeschaltet lässt. Das könnte schon mal ein erster Schritt dort hin sein. Überall da, wo nicht dagegen angegangen wird, dass das digitale Zeitalter siegt, umso mehr Smombies werden in dieser Welt herumlaufen.

Für mich als Experten in der Kommunikation ist es erschreckend, festzustellen, wie viel noch untereinander kommuniziert wird, und wie hoch der Stellenwert ist, dass digitale Worte, Meinungen, Gefühle usw. ausgetauscht werden. Die kalten Medien machen unsere Welt noch kälter.

Um diesen Trend aufzuhalten helfen da natürlich auch Kommunikationsseminare. Sie helfen besonders auch dahingehend, dass der Mensch selbstsicherer wird. Wie sollen wir selbstsicherer werden und selbstbewusster werden, wenn wir dem Medium Mensch gegenüber unerfahren sind?

Aber hier finden die Schnittstellen statt, hier findet immer Regelfall Kommunikation statt. Und wer dieser nicht mehr gewappnet ist, der verliert auch einen wichtigen Stellenwert in dieser Welt.

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