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Sind Rhetorik-Seminare wichtig? Ein (erneutes) Statement!

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Zum wiederholten Mal versuche ich eine Lanze für Rhetorik-Seminare zu brechen. Warum? Weil ich sie selbst auch verkaufe? Eher war es dieses Mal ein Artikel in einem bekannten Wirtschaftsmagazin sowie die Aussage eines bekannten Speakers. Diese ließen mich aufhorchen. 

Beide „Sprachrohre“ waren sich darin einig, dass Rhetorik-Seminare heutzutage nicht mehr notwendig seien. Warum? Die Begründung löste in mir nur Kopfschütteln aus. 

„Immer wieder ist es zu erleben, dass Menschen nach dem Besuch von solchen Veranstaltungen nicht mehr sie selbst sind. Sie wirken wie Marionetten und aufgesetzte Hampelmänner. Das, was dann da vorne als Ergebnis auf der Bühne steht, gebe nicht mehr die eigentliche Person wieder. Irgendjemand anders. Denn Trainer solcher Seminare vermitteln den Teilnehmern, wie sie zu sein haben, wenn sie denn auf der Bühne stehen.“

OK – nicht nur Kopfschütteln. Ab und zu mußte ich auch nicken. 

Bei der Hauptaussage, dass Rhetorik-Seminare nicht (mehr) notwendig seien – da allerdings bemerkte ich sehr wohl, wie intensiv ich innerlich und äußerlich den Kopf schüttelte. Denn das sehe ich aus einer ganz anderen Perspektive.

Wie habe ich selbst vor vielen Jahren Rhetorik erlernt? – Richtig. Auch in einem Seminar. Wie hätte ich es anders lernen sollen wie mit Hilfe eines professionellen Trainers? Der viele Redesituationen schon erlebt hat. Der sein Wissen für uns aus der Praxis für die Praxis weiter vermittelte? – Ich kann nur sehr sehr dankbar auf diese wertvolle Zeit zurückblicken.
Heute leite ich selbst solche Veranstaltungen. Und da kommen wir zu einem wichtigen Punkt: Ich leite diese Seminare. Habe also als verantwortlicher Trainer eine Führungsverantwortung. Ich führe Menschen. Und zwar von einer Veränderungs-phase zur nächsten. Dieser Prozess geht äußerst sorgsam vor sich. Und beruht auf Gegenseitigkeit. Auf Vertrauen.

Hier nun greift die nächste Aussage aus dem Artikel: „Menschen werden zu Marionetten. Sind nicht mehr sie selbst. Werden geformt wie der Trainer das gerne will.“

Wenn Trainer in Seminaren bewusst so arbeiten – dann gebe ich dem Schreiber und dem Speaker dieser Aussagen uneingeschränkt Recht. Das braucht keiner. Und so etwas darf nicht passieren. Hier wird offensichtlich manipuliert.

Doch nun kommen wir wieder zu den Ausnahmen. Und die gibt es nicht nur bei mir sondern auch bei anderen Trainern meiner Themen.

Menschen die zu mir in ein Rhetorik-Seminar kommen – oder nennen wir es doch Rhetorik-Workshop – kommen aus freien Stücken und als freie Individuen. Sie kommen mit einem bestimmten Problem in eine solche Veranstaltung. Und hoffen auf eine Lösung und darauf, den Raum am Ende des Tages verändert zu verlassen.

Das ist auch mein Ansatz. Ich gebe den Menschen Lösungen mit auf den Weg, welche sie – und das ist der Unterschied- im Seminar gleich ausprobieren können. Vor Publikum. Dieses Ausprobieren hat es schon in sich. Denn genau hier setze ich an:

„Probieren Sie in ihrer nächsten Rede das einmal aus. Und zwar so wie es zu ihnen passt!“ Das ist der feine aber entscheidende Unterschied. 

Nach jeder Übung eines jeden Teilnehmers findet ein Feedback statt. Hier lernen die Übenden einen ganz wesentlichen Aspekt: Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Wir selbst nehmen Umstände ganz anders war wie die Umwelt. Diese Feedbacks sind die Goldstücke in meinen Workshopseminaren.

Die Menschen kommen zu mir als Originale und verlassen sie auch wieder als solche. Sie verlassen meine Workshops niemals als Kopien. 

Trainer, die ihre eigene persönliche Art den Teilnehmern aufstülpen, produzieren Kopien. Und diese Menschen nach Hause schicken und sagen: Genauso hast du jetzt zu funktionieren.

Fehlanzeige. Das wird eben nicht klappen. Und wenn nur für eine begrenzte Zeit.  Ich selbst bin jahrelang als eine Kopie herumgelaufen. Immer wenn ich auf der Bühne stand, überlegte ich krampfhaft, wie „das andere Ich“ jetzt gestikuliert, gesprochen und auf- und abgegangen wäre. Versuchte das dann n. M. genauso umzusetzen. Bis mir eines Abends meine liebe Frau direkt ins Gesicht sagte: Heute warst Du eine ziemlich schlechte Kopie.

Glauben Sie mir: Seit diesem Abend lebe ich nur noch als Original!

Liebe Leserin, lieber Leser. Wir alles sind Originale. Können an uns schleifen lassen um Veränderungsprozessen Raum zu geben. Aber wir sind nicht hier auf dieser Erde, um als Kopien herumzulaufen. Dafür ist die Lebenszeit zu schade.

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Ich darf seit gut 10 Jahren hauptberuflich zu diesem Thema unterwegs sein. In diesen vergangenen Jahren habe ich über 1000 Teilnehmer im In- und Ausland zu diesem Thema schulen dürfen. Diese verhältnismäßig kleine Zahl rührt daher, dass in meinen Veranstaltungen zwischen zwei und sieben Teilnehmer arbeiten. Das wiederum macht ein gutes Arbeiten miteinander möglich. Jeder hat mir bestätigt: „Danke, das ich hier wieder als Original rausgehen darf. Ich weiß nun wie ich optimaler auftreten kann – doch das bin immer noch ich!“

Rhetorik-Seminare sind wichtig? Ja, auf jeden Fall. 

Und sie werden es auch bleiben.

Denn Kommunikation müßen wir jeden Tag können.

Es hat uns nur in frühen Jahren niemand beigebracht!

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