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Wie sprechen Sie mit sich?

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„Nein nein – soweit ist es noch nicht: Selbstgespräche führe ich noch nicht.“

Die Rede ist heute vielmehr von Selbstannahme. Wie sehr Sie sich selbst schon angenommen und akzeptiert haben. Fragen Sie sich einmal, in welchen Beziehungen Sie sich mit sich selbst und mit anderen befinden. Da geht es um mich, wie ich zu mir stehe. Kann ich zu mir ja sagen? Habe ich mich selbst angenommen?

Mit 17 durfte ich das bereits zum ersten Mal tun. Mich annehmen und akzeptieren,  so wie ich bin. Mit meinen Ecken und Kanten. Damals, auf einer Freizeit mit unserem biblischen Hauskreis, war dies das Thema des Wochenendes. Sich annehmen und sehen als Geschöpf Gottes. Damals wußte ich nicht so genau, was das zu bedeuten hatte. Doch mit den Jahren bemerkte ich immer mehr, welch einen Stellenwert das im Leben besitzt. Dieses immer wieder zu sich „Ja“ sagen und mit diesem bewußten Ja auch Akzeptanz meinen. Sich als wertvoll erachten. Und dann aus dieser Sichtweise an sich arbeiten und auch arbeiten lassen. Spannend, was seit dieser Zeit alles passiert ist.

Vor einigen Tagen saß ich in einem Vortrag zu genau diesem Thema. Der Referent meinte: „Wir kommen um das Thema Selbstannahme nicht umhin. Zunächst einmal müßen wir uns so annehmen wie wir sind. Denn unsere Vergangenheit können wir nicht ändern. Denn ich bin nun mal so wie ich bin. Wo und wie und unter welchen Umständen ich geboren bin – kann ich nicht ändern. Die Eltern die ich habe, der Glaube, die Werte. All das ist ja zunächst einmal da. Und dazu „Ja“ zu sagen und das zunächst einmal zu akzeptieren – das ist eine Standortbestimmung. Ob ich an diesem Standort bleibe, ist eine ganz andere Frage. Das bedeutet dann allerdings Aufbruch zu neuen Ufern und Veränderung. Dieser Wechsel geht allerdings auch nicht von heute auf morgen – er benötigt Zeit.“

Ein Kollege von mir hatte vor Jahren eine schwere Krankheit. Er war dem Tode geweiht. Doch er durfte überleben. Seitdem sieht er das Leben aus ganz anderen Blickwinkeln. Er hat das eigene Leben und auch sich selbst als einen Wert mit besonderer Wertschätzung neu kennengelernt. Morgens wenn er aufwacht öffnet er die Augen. Schaut an die Decke oder vielleicht aus dem Fenster und sagt: „Danke lieber Gott, das ich die Nacht gut schlafen durfte und das Du mich behütet hast. Danke dass ich heute Morgen gesund aufwachen durfte – und ich bin gespannt auf diesen Tag.“ Dann steht er aus dem Bett auf, geht jeden Schritt sehr bedacht in Richtung Badezimmer. Dort angekommen sieht er in den Spiegel und freut sich, einen so netten Menschen dort zu sehen. Doch die Freude drückt er dann auch in eigene Worte aus.

Auch Ihnen wünsche ich diesen – vielleicht neuen – Blick auf Ihr Leben. Und das Sie die Dankbarkeit und Freude nicht nur in Ihrem Leben fühlen, sondern auch sich gegenüber aussprechen. Die Wirkung ist eine ganz andere.

Ihnen weiterhin ein angenehmes Leben.

Beste Grüße

Siegfried Lachmann

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