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Ibrahim und Johannes

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Vergangenen Sonntag machte unser Pastor in der Gemeinde eine Bemerkung, die mich doch recht froh und auch gleichzeitig nachdenklich stimmte.

Ein älterer Mann aus unserer Gemeinde ist aufgrund eines Unfalls schon längere Zeit in einer Reha-Klinik. Immer wieder besucht unser Pastor eben diesen Johannes. Diesen Sonntag nun berichtete er, dass er beim letzten Besuch den Zimmergenossen von Johannes kennen gelernt hat. Dieser Mitbewohner heißt Ibrahim und ist Moslem.

Durch viele Gespräche sind sich die beiden Reha-Patienten mit der Zeit näher gekommen. Nun meinte Ibrahim zu unserem Pastor: „Also eins ist klar. Wenn wir beide hier wieder rausgekommen sind und Johannes will in seine Gemeinde – dann fahre ich ihn selbstverständlich.“

Wie schön kann das religiöse Miteinander sein. Wenn jeder zunächst einmal den anderen mit seinen innersten Glaubensansichten akzeptiert. Und Akzeptanz hat keinen radikalen Weg sondern den Weg des Verständnisses. Des Austauschens und Zuhörens. Aber keine extrem brutalen Formen wie wir es in der heutigen Zeit oft erleben bzw. aus den Medien berichtet bekommen. Da schürt Hass den nächsten Hass. Liebe wird zerstört und als Schwäche angesehen.

Die beiden älteren Herrschaften haben das begriffen und umgesetzt, was unserer Welt heutzutage so gut tun könnte. Auf den anderen zugehen, ihm in die Augen schauen, ehrlich sein, zuhören, akzeptieren. Dieses kleine Samenkorn vorbildlicher Kommunikation sollte umgehend Schule machen. Aus diesem Samenkorn sollte ein Feuer entstehen, das durch unser Land durch Europa und durch die Welt geht.

Was denken wir über die Geschichte von Ibrahim und Johannes? Nur ein Einzelfall? Diese Begebenheit aus der Praxis sollte uns stutzig und mehr als nur nachdenklich machen.

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